BIRGIT STRAKA – HEILPFLANZENSCHULE
Pflanzenrätsel September 2026
Ich freue mich, dass Du beim Monatsrätsel mit dabei bist!
Hier bekommst Du die Auflösung sowie einige Informationen zu den im Rätsel genannten Heilpflanzen. Wenn Du Lust hast, die ein oder andere Pflanze selbst auszuprobieren, habe ich Dir die entsprechenden Bezugsquellen beigefügt.
Oder vielleicht hast Du sie im Garten oder kennst einen Platz in der Natur, wo Du sie finden kannst.
Oder vielleicht denkst Du: Ach, an dieses Kräutlein hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht. Das könnte ich doch durchaus einmal probieren.
Hier also die Auflösung:

Heilpflanzen für die Leichtigkeit
Obere Reihe: Waldrebe, Lärche, Löwenzahn
Mittlere Reihe: Gänseblümchen, (Spitz-)Ahorn, Eberesche
Untere Reihe: Echtes Labkraut, Holunder, Echter Ehrenpreis
Die Auflösung
Dieses Mal habe ich Dich ein bisschen gefordert, denn ich habe Dir einige der Pflanzen bewusst nicht von ihrer gewohnten Seite gezeigt.
Das Gänseblümchen war vermutlich die größte Herausforderung. Aber man kennt es halt mit seinen weißen, manchmal auch rötlichen Zungenblüten. Wenn diese Zungenblüten dann abfallen, bleibt etwas übrig, was mich immer an eine Zwergenmütze erinnert - zugegeben, der gekerbte Rand passt nicht so wirklich ins Bild, aber diese Sicht auf das Gänseblümchen entlockt mir immer ein Schmunzeln.
Und nun erzähle ich Dir, warum gerade diese neun für mich zu den Pflanzen der Leichtigkeit gehören:
Waldrebe (Clematis vitalba)
Die Waldrebe besitzt keinen eigenen Stamm. Sie klettert an anderen Pflanzen empor, dem Licht entgegen, und braucht dafür kein eigenes Gerüst. Im Rätsel siehst Du sie in der Blüte — später verwandeln sich diese Blüten in die federigen, silbrigen Fruchtstände, die man Altmännerbart nennt. Ein leiser Windhauch, und sie sind unterwegs - leicht wie ein Vogel.
Lärche (Larix decidua)
Sie ist der einzige heimische Nadelbaum, der seine Nadeln im Herbst loslässt. Bevor sie der Erde zuschweben, färben sich die Nadeln goldgelb, ein wundervoller Anblick. Im Frühjahr kehrt die Lärche in sanftem Grün zurück. Die Lärche ist für mich ein Symbol, dass Loslassen kein Verlust sein muss.
Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Kaum eine Pflanze verbindet beide Pole so deutlich: die tiefe, kräftige Wurzel und den leichtesten Samen, den wir kennen. Der Löwenzahn verankert sich, wo sonst nichts wächst — und gibt dann nach vollendeter Reife seinen Samen ab und lässt ihn mit dem Wind davontragen.
Gänseblümchen (Bellis perennis)
Im Rätsel zur Selbstliebe im vorangegangenen Jahr stand das Gänseblümchen für das Urvertrauen, denn es ist trotz seines zierlichen Wuchses eine kraftvolle Pflanze, die sich immer wieder aufrichtet und auch größter Kälte und größter Hitze trotzen kann.
Wer in der Selbstliebe lebt, erfährt ganz natürlich und selbstverständlich Leichtigkeit, die Herausforderungen des Lebens zu meistern.
Spitzahorn (Acer platanoides)
Die Frucht des Ahorns hat Flügel. Wenn sie im Herbst zu Boden fällt, dreht sie sich wie Propeller - sie segelt trotz des schweren Samens leicht und elegant der Erde entgegen. Ein wahrer Luftakrobat!
Eberesche (Sorbus aucuparia)
Ihr Blatt ist gefiedert und federleicht, ihre Krone licht und durchlässig. Die Eberesche steigt in den Bergen höher hinauf als die meisten anderen Bäume und hält dort Wind und Wetter stand. Sie ist eine Meisterin der Höhen und eine Meisterin der eleganten Leichtigkeit!
Echtes Labkraut (Galium verum)
Sein Duft nach Honig ist unverwechselbar, und früher füllte man damit die Betten — daher der alte Name Liebfrauenbettstroh. Die winzigen Blüten des Echten Labkrauts stehen zu Tausenden in einer gelben Wolke.
Die Blüten scheinen uns zurufen zu wollen: mach Dir keine Sorgen, es ist genug für alle da.
Holunder (Sambucus nigra)
Sein Mark ist das leichteste Holz, das wir haben — Kinder haben daraus früher Pfeifchen geschnitzt. Seine Blütendolden liegen auf den Zweigen wie Watte, leicht und luftig - und duften wunderbar. Da wird einem ums Herz ganz leicht!
Echter Ehrenpreis (Veronica officinalis)
Er trägt einen großen Namen für so kleine Blüten. Und der Ehrenpreis hat eine Eigenart, die ich sehr mag: Pflückt man ihn, fallen die zarten blauen Blütchen schon nach wenigen Augenblicken ab. Man kann ihn nicht festhalten. Vielleicht ist das seine Lektion.
Ich hoffe, dass ich Dir mit diesen Pflanzen Impulse für den kommenden Monat schenken konnte.
Oftmals ist es nicht einmal notwendig, diese Pflanzen in irgendeiner Form einzunehmen oder sie zu verarbeiten. Manchmal genügt schon ein bewusstes Daran-Denken oder ein Besuch bei einem Kräutlein oder einem Baum, um wieder leichter zu werden.
Ein Hinweis noch zur Waldrebe
Sie gehört zu den Giftpflanzen und sollte nicht eingenommen werden. Aber ihre Früchte sind im Winter eine Augenweide, da sie durch ihre leichte und luftige Form uns eine willkommene Abwechslung in einer nicht so farbenfrohen Zeit bieten.
Die Waldrebe - Clematis - ist eine bekannte Bachblüte. Sie wird als Realitätsblüte bezeichnet und hilft, kreative Ideen in die Tat umzusetzen. In der Homöopathie wird sie für Hauterkrankungen eingesetzt. So kann jede Pflanze uns unterstützen - oder auch uns durch ihre Erscheinung und ihre Ausdruckskraft erfreuen.
Bezugsquellen
Falls Du nicht die Möglichkeit hast diese Pflanzen selbst zu sammeln, kannst Du sie Dir in Apothekenqualität direkt nach Hause schicken lassen: www.meine-teemischung.de
